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ARD-aktuell

26. Juni 2019

Wir wollen noch crossmedialer arbeiten

Es gibt keinen tolleren Job im Journalismus, als Chef der Tagesschau zu sein. Das Nachrichten-Flaggschiff ist die Informationsquelle Nummer 1 in Deutschland. Egal ob im linearen Fernsehen oder auf digitalen Kanälen. Die Tagesschau steht für Glaubwürdigkeit und Nachrichtenkompetenz. Getragen wird diese Glaubwürdigkeit durch ein herausragendes Team: Jeden Tag zerreißen sich hier bei ARD-Aktuell alle – egal in welcher Funktion -, um die besten Nachrichten für alle Ausspielwege zu erstellen. Hier wird gerungen, gestritten, diskutiert und auch gelacht. Es werden Formulierungen hin- und hergewogen, Sätze verworfen und bessere geschrieben. Jede und jeder kämpft für das Produkt, das sie oder er verantwortet. Das ist der Geist der Tagesschau. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Und immer wieder stellen wir uns die Frage: Was geht besser? Weiterlesen

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26. Mai 2019

Die neue grüne Mitte

Was sich bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen schon andeutete, setzt sich jetzt auf Bundesebene fort. Die Grünen haben das Thema der Stunde und rückten gleich im doppelten Sinne in die Mitte. Zum einen gelingt es ihnen sich von der Größe her zwischen Union und SPD zu positionieren. Mit ihren gut 20 Prozent haben sie praktisch die Stärke der bundesweiten CDU (ohne die CSU). Und nach unten ist der Abstand zu den Sozialdemokraten deutlich. Sie rücken aber auch politisch aus dem Lager heraus in die Mitte. Wie schon in Hessen und Bayern, gelingt es ihnen maßgeblich Wählerinnen und Wähler der Union zu gewinnen. Unsere Wählerwanderung, die die Bewegungen seit der letzten Bundestagswahl beschreibt, zeigt, dass die Grünen aus dem gleichen Umfang von SPD und Union gewinnen: 1,3 und 1,1 Millionen Stimmen. Weiterlesen

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26. Mai 2019

SPD ohne Boden

Die SPD erzielt nicht nur ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl überhaupt, auch ihre Kompetenzwerte haben ein neues Tief erreicht. Auf dem Kernfeld der Partei, dem der sozialen Gerechtigkeit, trauen ihr gerade noch 29 Prozent der Befragten das meiste zu. Bei der Schröder-Wahl 1998 waren es 54 Prozent. Und selbst bei der letzten Europawahl vor fünf Jahren waren es 41 Prozent. Unsere Befragungen zeigen, dass die SPD als profillos wahrgenommen wird. 62 Prozent können nicht mehr erkennen wo die Partei steht. Und dass die Erneuerung unter Andrea Nahles gut voran kommt, glauben gerade noch 28 Prozent des verbliebenen harten Kerns der Anhänger. Vor fünf Jahren, kurz nach dem Start der neuerlichen Großen Koalition, wurde der SPD zumindest zugestanden, ihre Positionen in der Bundesregierung durchzusetzen. Mindestlohn oder die Rente mit 63 standen damals dafür. Dass die SPD dies auch in der neuerlichen Koalition durchaus schafft, nimmt das Wahlpublikum heute nicht mehr wahr. Bitter: Gerade noch sieben Prozent glauben, dass die SPD die Partei ist, die „die besten Antworten auf die Fragen der Zukunft“ hat. Die Alterspyramide der SPD-Wähler/innen ist das Spiegelbild der Grünen. Gerade noch acht Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen, nur bei den über 70-Jährigen steigt der Stimmanteil über 20 Prozent.

 

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26. Mai 2019

Union bei den Jungen abgemeldet

Die Reaktion der Parteizentrale auf das Youtube-Video von Rezo schien hilflos. Die Partei schien die Sprache der jungen Generation nicht zu verstehen. Dies bestätigt sich nun am Wahlabend ähnlich. Wie die SPD hat auch die Union dramatische Probleme in der jungen Generation. Dafür stehen ganze 11 Prozent Stimmanteil bei den 18- bis 24-Jährigen. In der Klimapolitik trauen die Wählerinnen und Wähler der Union nicht viel zu. Eher im Gegenteil: 67 Prozent haben die Wahrnehmung, die Partei sei „zu nah an den Interessen der Wirtschaft“. Da lässt die Diesel-Affäre grüßen. Weiterlesen

ARD-aktuell

30. April 2019

Serie #lösungsfinder wird fortgesetzt

Normalerweise sind wir mit Serien in den Tagesthemen sehr zurückhaltend. In der Regel startet man euphorisch, doch dann kommt die erste breaking-news-Situation und wir schmeißen die Planungen über Bord.
Mit der Serie #lösungsfinder war es anders. Trotz vieler sogenannter „aktueller Nachrichtenlagen“.

Die anfängliche Skepsis ist gewichen und stattdessen herrschte rückblickend auf die vergangenen zwei Wochen große Zufriedenheit. Natürlich mit den Beiträgen und auch der Resonanz auf die Reportagen.
Viele haben uns ermutigt, weitere Lösungsfinder zu suchen.
Und auch wir haben etwas gelernt:
Dass man als Unternehmen, das Seife spendet, steuerlich schlechter gestellt wird als wenn man die Seife wegschmeißt.
Dass man aus drei Geschossen mit geringem Aufwand durchaus fünf Geschosse machen kann.
Dass bei Hebammenmangel eine GmbH die Lösung sein kann.

Für die Tagesthemen war es ein Experiment. „Solutionsjournalism“ heißt der Trend, der derzeit vor allem in den USA an Fahrt aufnimmt. Ziel ist es, für ein gesellschaftlich relevantes Problem eine Lösung zu finden, die es bereits gibt und die sich bewährt hat. Also keinen theoretischen Plan, keine Idee, sondern Praxis. Es geht nicht darum, die Welt rosarot zu malen, sondern auch die Nachteile einer Lösung aufzuzeigen. Lösungsorientierter Journalismus verlangt viel Recherche, um nicht in eine PR-Falle zu laufen.

Wir haben nach Antworten gesucht und ganz respektable gefunden. Wer noch einmal schauen will, kann das hier bei tagesschau.de/loesungsfinder
Oder heute Abend in den Tagesthemen, 22.15 Uhr, im Ersten.
Vor allem haben wir uns über die Kommentare gefreut, die über unsere Social-Media-Kanäle kamen. „Cool. Besser als immer nur rummeckern.“ Oder: „Tolle Idee von Euch!“.

Wir finden, dass die Sendungen gewonnen haben, weil wir nicht nur über Missstände und Skandale berichtet haben, sondern auch über Lösungen. Denn auch die gehören zu unserem Alltag. Wir wollen das ganze Bild zeigen.
Deshalb werden wir die Serie fortsetzen. Mindestens einmal im Monat wollen wir Lösungen zeigen, die bisher ohne große Aufmerksamkeit ausgekommen sind. Aber genau auf diese wollen wir künftig häufiger unsere Scheinwerfer richten.

ARD-aktuell

15. März 2019

Wenn dem Sprecher schlecht wird

Gestern sahen um 20.15 rund 10 Millionen Menschen, wie es unserem Chefsprecher Jan Hofer am Ende der Tagesschau schlecht wurde. Gerade war Jan hier und wirkte ziemlich fidel. Ich muss sagen, dass ich darüber sehr erleichtert bin, denn gestern Abend habe ich mir richtig große Sorgen um ihn gemacht. Und viele tausend Menschen in ganz Deutschland auch. Eine riesige Welle von Genesungswünschen zeigt, wie beliebt unser Chefsprecher ist. Und natürlich gab es ganz viele Fragen, die ich versuche, hier zu beantworten. Weiterlesen

ARD-aktuell

1. Februar 2019

Gute Nachrichten!

Heute bekam ich einen Brief von den Klassen 3 und 4 der Grundschule Bühlerzell-Geifertshofen. Darin beklagen die Schülerinnen und Schüler, dass die Tagesschau so viele schlechte Nachrichten verbreitet. „Manche von uns können deshalb nicht mehr gut schlafen“, heißt es in dem Brief. Für eine friedlichere Welt, sei es wichtig, auch über Gutes zu sprechen. „Helfen Sie uns, mit Vertrauen und Mut durch das Leben zu gehen“. Ich werde zwar häufig mit dem Wunsch nach „guten Nachrichten“ angesprochen, aber der Brief der Kinder hat mich heute doch besonders berührt. Deshalb hier der Brief und meine Antwort. Weiterlesen