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ARD-aktuell

24. Juli 2018

Özil wird zum Politikum

Es ist wirklich sehr, sehr ungewöhnlich, dass der Rücktritt eines Fußball-Nationalspielers die Tagesschau um 20 Uhr prägt. Gestern war dies allerdings der Fall. Warum haben wir das gemacht?

Wir haben die Diskussion um die Begründung von Mesut Özil abgebildet, die politisch und gesellschaftlich sehr kontrovers diskutiert wird.

Wir haben die Chronologie seiner Karriere in der Nationalmannschaft beschrieben und sogar noch eine aktuelle Studie gezeigt, wie sich junge Menschen, deren Vorfahren aus der Türkei kommen, immer stärker zu der Heimat ihrer Eltern und Großeltern hingezogen fühlen. Ein Beitrag, der die Debatte versachlicht hat und damit im besten Sinne einen Mehrwert hatte.

Kurzum: Özil und die damit verbundene Diskussion um das Thema Integration war gestern DAS dominierende Nachrichtenthema. Aus einem Rücktritt wurde ein Politikum.

Natürlich kann man sich immer die Frage stellen: War das zu viel?

Ganz ehrlich: Wir haben gestern keine weiteren Nachrichtenthemen gesehen, die tagesaktuell und so relevant waren wie der Fall Özil. Wir haben keine wichtigen Themen in der Sendung ausgelassen, die dort eigentlich hingehörten.

Sicherlich gibt es Nachrichtentage, an denen wir nicht über so viel Platz verfügen, weil andere Beiträge in die Sendung drängen und wir viele Themen deshalb kürzer behandeln müssen. Die 15 Minuten in der Tagesschau um 20 Uhr sind nun mal fix.

Gestern hatten wir aber diese Möglichkeit und haben sie genutzt, um viel zu erklären, viele Hintergründe aufzuzeigen und viele politisch relevanten Stimmen zu Wort kommen zu lassen.

Unterm Strich halten wir auch heute noch die Gewichtung der gestrigen Sendung für richtig.

ARD-aktuell

12. Juli 2018

Deutschland spricht –

Als ZEIT online im vergangenen Jahr die Aktion „Deutschland spricht“ gestartet hat, waren wir alle ziemlich begeistert von der Idee, Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zum Gespräch zu bitten. Umso mehr habe ich mich gefreut, als uns die ZEIT vor einigen Monaten fragte, ob wir in diesem Jahr Partner bei dem Projekt werden möchten. Danke dafür. Heute haben wir mit 10 anderen Medienhäusern den Startschuss für „Deutschland spricht 2018“ gegeben. Weiterlesen

ARD-Rechtsredaktion

18. April 2018

Premiere mit Hindernissen

Ich beschäftige mich beruflich gerade viel mit Ampelfarben. Allerdings nicht im Auto, sondern mitten bei der Arbeit, der Justizberichterstattung aus Karlsruhe. Denn ab morgen gibt es dabei etwas Neues. Wir dürfen erstmals Urteilsverkündungen aller obersten Bundesgerichte filmen. Ein spannendes Projekt. Allerdings gibt es eine Bedingung: Das Gericht muss zustimmen, dass wir filmen dürfen. Und da kommt die Ampel ins Spiel. Denn bei den Terminankündigungen auf der Homepage des Bundesgerichtshof ist in Ampel-Manier markiert, ob wir das Urteil filmen dürfen. Rot steht für Filmen verboten, grün für „Filmen erlaubt“ und gelb für „noch offen“.

Am Donnerstag (also am ersten Tag, an dem das neue Gesetz gilt) steht um 14.30 Uhr die Urteilsverkündung der Revision zum Fall „Safia S.“ an. Es geht um den Messer-Angriff auf einen Bundespolizisten am Hauptbahnhof Hannover durch eine 15-Jährige mit Kontakten zum sogenannten „Islamischen Staat“. Die Ampel steht auf „rot“. Gleich zum Einstieg also ein Verbot. Ob das womöglich Nachwehen der umstrittenen Vorgeschichte des neuen Gesetzes sind? Weiterlesen

ARD-aktuell

12. März 2018

„Fake News“ – die EU-Kommission fragt Experten

Heute hat die EU-Digitalkommissarin Marija Gabriel den Bericht einer Expertengruppe vorgelegt, in dem es um das Phänomen „Fake News“ geht. 39 Männer und Frauen aus Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Print- und Broadcast-Medienhäusern sowie von den großen Plattformbetreibern (Facebook, Google, Twitter etc.) haben 10 Wochen lang an einem Report gearbeitet, der Antworten auf die Frage sucht, wie man mit dem Phänomen „Fake News“ umgehen kann oder soll. Und einer von den 39 war ich. Weiterlesen

ARD-aktuell

23. Januar 2018

Der Mord von Lünen in der Tagesschau

Diskussionen über die Themenauswahl in der Tagesschau verlaufen oft unspektakulär. Die Frage, ob wir über das Weltwirtschaftsforum, das EU-Finanzministertreffen oder den Einmarsch türkischer Truppen in Syrien berichten, ist schnell geklärt: Klar, machen wir das. Richtig intensiv werden die Diskussionen dann, wenn es um Kriminalität als Thema in der Tagesschau geht. Heute war wieder so ein Tag. Das Tötungsdelikt an einer Schule in Lünen war in der Tagesschau um 20 Uhr. Weiterlesen

ARD-aktuell

1. Januar 2018

Glückwunsch – Warum die „tagesthemen“ auch nach 40 Jahren immer noch so wichtig sind

Die Nachrichtenwelt ist komplexer und schneller geworden. Jeden Tag rauschen Eil-Meldungen über das Smartphone, wird in Sozialen Netzwerken debattiert und Themen gesetzt.
Das sind viele lose Fäden, die am Ende eines Tages zusammengeführt, gewichtet und bewertet werden müssen. Das ist die Kernaufgabe der „tagesthemen“, die diese Aufgabe seit 40 Jahren machen: Den Blick am Ende eines Tages auf das Wichtigste des Tages zu richten. Klingt einfach, ist es aber nicht immer.
Die „tagesthemen“ erklären, analysieren und vertiefen. Das übergeordnete Ziel ist es, dass jeder Bürger sich eine Meinung bilden und somit an der Demokratie teilhaben kann.

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