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Wählerwanderungen

von 13. Mai 2012 18:30 Uhr

 

Die Daten der Wahltagsbefragungen sind noch nicht komplett im Computer, deswegen sind die Daten der Wählerwanderung eine erste Schätzung, die später im Detail noch korrigiert wird. Deutlich wird allerdings: Der Hauptwählerstrom hat von der CDU zur SPD stattgefunden. 270.000 CDU-Wähler von 2010 haben ihr Kreuz jetzt bei den Sozialdemokraten gemacht. Und noch einen Aderlass hat die CDU zu verkraften: Weitere 190.000 Wähler sind zur FDP abgewandert. Zusammengenommen ist das weit mehr als die Hälfte der verlorenen rund 800.000 Stimmen. Die SPD wiederum, die rund 550.000 Stimmen hinzugewonnen hat, verdankt das nicht nur dem Zustrom von der CDU. Ihr ist es auch gelungen, rund 160.000 ehemalige Nichtwähler für die Partei zu begeistern.

Bei den Piraten haben wir das klassische Bild: sie kommen nach jetzigen Schätzungen auf rund 470.000 Stimmen, davon stammen jeweils 60.000 bis 70.000 von CDU, SPD, Grünen, der Linken und den Nichtwählern.

Grüne und Piraten

von 13. Mai 2012 18:22 Uhr

 

Den Kampf um die ganz Jungen hat diesmal keine Partei für sich entscheiden können. Nach unseren bisherigen Auswertungen liegen beide bei den 18- bis 24jährigen bei jeweils 18 Prozent. Für die Grünen ist das immerhin ein Erfolg. Sie waren zuletzt von den Piraten bei den Jungen deutlich abgehängt worden. Überhaupt hängt bei den Grünen die Bewertung des Wahlergebnisses stark davon ab, ob man sie an ihrer strukturellen Stärke misst oder an zwischenzeitlichen Umfrageergebnissen des Jahres 2011. die 12,1 Prozent von 2010 waren mit Abstand das beste Ergebnis, das die Grünen im Land je erzielt haben. Sollten sie darüber hinaus kommen, dann wären die Grünen bundesweit in zwölf von 16 Landesparlamenten mit ihrem historisch stärksten Ergebnissen vertreten. Eigentlich können sich die Grünen in NRW nicht beklagen: mehr

FDP copy and paste

von 13. Mai 2012 18:10 Uhr

 

Ein bisschen ist es wie ein Déjà-vu: Die Prognosewerte, und auch die übrigen Daten für die FDP, liegen ziemlich nahe an dem, was wir letzte Woche in Schleswig-Holstein beobachtet haben. Auch das Muster ist ähnlich. Die FDP sowohl in Schleswig-Holstein als auch jetzt hier in NRW gilt als weitgehend kompetenzfrei. Auf keinem Feld trauen ihr die Wähler besondere Lösungskompetenz zu. Der Spitzenkandidat, in diesem Fall Christian Lindner, hat aus der Schwäche eine Stärke gemacht. Er hat versprochen, die inhaltliche Hülle FDP neu zu füllen, die Partei moderner zu gestalten. Und der entscheidende Schachzug war die Abgrenzung von der Bundes-FDP. Denn selbst unter denen, die heute in NRW die FDP gewählt haben, sind 83 Prozent (!) der Ansicht, die Bundes-FDP habe “mit Philipp Rösler den falschen Vorsitzenden”. Knapp 80 Prozent der FDP-Wähler haben ihr Kreuz auch deshalb bei Gelb gemacht, weil Lindner verspricht, die Partei insgesamt zu verändern. Und wie schon letzte Woche sehen auch NRW-FDP-Wähler zu zwei Dritteln in der Bundes-FDP und der FDP hier im Land zwei unterschiedliche Parteien. mehr

Prognose mit Paukenschlägen

von 13. Mai 2012 18:00 Uhr

 

Eigentlich entspricht  das Ergebnis in allen Punkten den Erwartungen: SPD stärkste Partei, Mehrheit für rot-grün, Linke draußen, FDP und Piraten drin. Aber die genauen Zahlen sind dann schon ein Hammer. Die größte Überraschung sind ganz sicher die Verluste der CDU in diesem Ausmaß. Schon die 34,6 Prozent von 2010 waren für die CDU historischer Tiefpunkt, denn was dem Image des Landes NRW so gar nicht entspricht: Die CDU war hier in den letzten Jahrzehnten strukturell die längste Zeit stärkste Partei.  Dabei ist die Niederlage vor allem ein Desaster für den Spitzenkandidaten. Nur 25 Prozent der Befragten sind der Ansicht, er „versteht, was die Menschen in NRW bewegt“. Über Hannelore Kraft sagen das 74 Prozent.  Drei Viertel der Wählerinnen und Wähler bemängeln, Röttgen sei „in vielen wichtigen Fragen Antworten schuldig geblieben“.mehr

Siebzehn Parteien auf dem Wahlzettel

von 13. Mai 2012 16:28 Uhr

 

 In Nordrhein-Westfalen ist der Wahlzettel etwas länger als in den vergangenen Wochen und in den anderen Bundesländern. 17 Parteien stehen darauf. Auch vor dieser Wahl habe ich wieder viel Post bekommen von Zuschauern, die fragten, warum die kleinen Parteien in unserer Prognose und Hochrechnung nicht auftauchen und nicht einmal unter Sonstige zusammengefasst werden.mehr

Online-Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen

von 13. Mai 2012 16:19 Uhr

Viel Masse, wenig Klasse: Beim Online-Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen setzen die Parteien alles ein, was sich bei den vergangenen Wahlen in anderen Bundesländern bewährt hat: Alle Informationen sind online verfügbar, Twitter und Facebook werden genutzt, was das Zeug hält. Häufig nutzen die Parteien diese Kanäle aber nur für Einbahnstraßen- Kommunikation, wirkliche Interaktion mit den Nutzern kommt oft zu kurz.

Immerhin: Im Endspurt geben Grüne, SPD und FDP nochmal richtig Gas. Bei den Grünen hat die Aktion „Drei Tage wach“ inzwischen schon Tradition: 72 Stunden können die Nutzer Fragen stellen und mit Politikern der Partei diskutieren. In Nordrhein-Westfalen beantwortet nun auch die SPD Fragen per E-Mail, FDP-Spitzenkandidat Lindner stellte sich einem zwei-stündigen Videochat. Die Piratenpartei ist ohnehin bestens vernetzt.

Von Ihnen wollen wir heute wissen, was sie von diesem Online-Wahlkampf halten. Ist ihnen das inzwischen fast schon zu viel oder sind die Parteien auf genau dem richtigen Weg?

Das ist heute unsere Frage an Sie. Schreiben Sie uns hier im blog in den Kommentaren oder über unsere tagesschau-Facebook-Seite.

Gefangen im System der unerbittlichen Werte

von 13. Mai 2012 11:09 Uhr

Bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises am Freitag in Hamburg gab es einen Eklat: Drei Journalisten der “Süddeutschen Zeitung” lehnten den Preis ab, weil gleichzeitig auch zwei Journalisten der “Bild”-Zeitung ausgezeichnet werden sollten. Christoph Lütgert ärgert sich über die Kollegen der SZ:

Donnerwetter, so kann man Wirkung erzielen: Man lässt sich von einer Jury für einen renommierten Preis benennen, reist adrett gekleidet zur Verleihung, geht auf die Bühne und verkündet dann, man wolle den Preis nicht annehmen. Das gibt so was Heldenhaftes, Prinzipienfestes, Tapferes in einer Welt voller opportunistischer Feiglinge. Der bekannte Journalist Hans Leyendecker hat diese Profilierungschance, obwohl er sie doch gar nicht mehr nötig hatte, für sich und seine Kollegen Klaus Ott und Nicolas Richter wacker genutzt.

Da hatte die Jury des Henri-Nannen-Preises Leyendecker und die beiden anderen Kollegen von der “Süddeutschen” für ebenso preiswürdig befunden wie zwei Journalisten der “Bild”-Zeitung. Die hatten immerhin als Erste mit ihrer akribischen und meisterhaften Recherche zum Schnäppchenjäger, Bundespräsident Christian Wulff den größten politischen Skandal des Jahres ausgelöst. Aber so ist das eben im System der unerbittlichen Werte eines Hans Leyendecker: Sollen er und gleichzeitig auch Kollegen von “Bild” ausgezeichnet werden, dann ist das – Zitat Leyendecker – “ein bisschen ein Kulturbruch”. Und weiter im Originaltext für die Ablehnung: “Wir möchten nicht gemeinsam mit der Bild ausgezeichnet werden.” Als ich das las, war der Verweigerer für mich so etwas wie ein moralischer Suppenkasper: “Ich esse meine Suppe nicht. Nein, meine Suppe ess’ ich nicht.”

Und weil die Nannen-Jury sich nicht nur für Leyendecker und Co. als die einzig würdigen Preisträger in der Kategorie Investigation entschieden hatte, sondern auch für die Kollegen Harbusch und Heidemann von “Bild”, wurde gegen diesen Frevel auch noch der Liebe Gott in Stellung gebracht. “Deine Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein”, zitierte Leyendecker aus der Bibel. In der steht allerdings auch: “Hochmut kommt vor dem Fall.”

Damit es keine Missverständnisse gibt: Auch für mich ist die “Bild”-Zeitung sehr oft das, was man im Volksmund ein “Scheiß-Blatt” nennt. Ich könnte seitenweise schreckliche und teilweise menschenverachtende Fehlleistungen aufzählen. Aus eigener Betroffenheit nur ein Beispiel: Unsere NDR-Redaktion von “Panorama – die Reporter” hatte aufgezeigt, mit welcher Raffinesse ein Carsten Maschmeyer zig tausende Menschen um ihre Ersparnisse gebracht und sich selbst unvorstellbar reich gemacht hatte. Und ausgerechnet diesen Mann bejubelt und hofiert Bild bei jeder denkbaren Gelegenheit.

Nur wurde eben nicht die gesamte oft unerträgliche “Bild”-Zeitung mit dem Nannen-Preis ausgezeichnet – dies wäre in der Tat ein “Kulturbruch” -, sondern es wurden zu Recht zwei exzellente Journalisten mit dem Preis bedacht, die nicht bei der “Süddeutschen”, sondern bei “Bild” ihr Geld verdienen. Sie in der Weise zu diffamieren wie Leyendecker es mit seiner spektakulären Verweigerung getan hat, ist für mich journalistische Sippenhaft. “Bild”-Kollegen dürfen einfach keine guten Leistungen bringen.

Hans Leyendecker hatte mal in einer Talkshow zum Wulff-Skandal sinngemäß gesagt, er nehme es dem damals noch amtierenden Präsidenten besonders übel, dass der ihn so weit gebracht habe, die “Bild”-Zeitung zu loben oder gegen Wulffs wütenden Attacken zu verteidigen. So gilt das jetzt auch für mich: Ich nehme es dem Kollegen Leyendecker, den ich nach wie vor für Deutschlands besten Rechercheur halte, zumindest ein bisschen übel, dass er mich gezwungen hat, “Bild” gegen seine Überheblichkeit zu verteidigen.

Wie Korrespondenten in China drangsaliert werden

von 9. Mai 2012 17:46 Uhr

Behinderungen, Kontrollen und Einschüchterung gehören in China zum journalistischen Alltag. Immer wieder kommt es vor, dass wir aufgehalten, gestoppt, überprüft und zurückgeschickt werden. Manchmal mit sehr ruppigen Methoden.mehr

Tagesschau-App

von 8. Mai 2012 18:30 Uhr

Vielleicht haben Sie heute auf unserer Seite die Meldung gesehen, bei der die Tagesschau selbst Gegenstand der Berichterstattung war. Solche Nachrichten sind besonders heikel, weil immer der Verdacht der Befangenheit mitschwingt. Heute war zudem die Gefahr des Selbstlobs (der Vorwurf wurde in der Vergangenheit ja gelegentlich erhoben) dabei, denn die Tagesschau-App wurde für den angesehenen Grimme Online Award nominiert. mehr

Mit den Piraten immer weiter in die Krise

von 7. Mai 2012 16:48 Uhr

Die Piraten – Sie sind die großen Nutznießer der großen Vertrauenskrise des Parlamentarismus. Und mit Ihrem Erfolg verlängern und verschärfen sie diese Krise. Ein politischer Teufelskreis.mehr

Wahlnacht in Kiel

von 6. Mai 2012 19:50 Uhr

Wie lange dauert es, bis wir wirklich wissen, wer stärkste Partei wird? Wie lange dauert es, bis wir wissen, ob die Dänen-Ampel tatsächlich mit einem Mandat Vorsprung einen Ministerpräsidenten wählen könnte? Das kann durchaus 23:30 Uhr oder später werden. mehr

Die Großen: Fingerhakeln auf niedrigem Niveau

von 6. Mai 2012 19:49 Uhr

In den Statements im ARD und ZDF streiten die Spitzenvertreter von CDU und SPD darüber, wer die Wahl gewonnen hat. Die CDU beruft sich darauf, in der ARD-Hochrechnung stärkste Partei zu sein, der SPD-Vorsitzende Gabriel verweist darauf, dass seine Partei gegenüber 2009 zugelegt hat, die CDU hingegen leicht verloren. Fakt ist, historisch gesehen sind die Ergebnisse für beide Parteien schlecht. Bei der CDU dürfte es auf das schlechteste Ergebnis seit 1950 hinauslaufen, damals lag sie bei 19,8 Prozent. Für die SPD ist es wahrscheinlich nach 2009 und 1950 das drittschlechteste Ergebnis.mehr

Die orange Welle erreicht Schleswig-Holstein

von 6. Mai 2012 18:16 Uhr

Nach Berlin und dem Saarland ist der Landtag in Schleswig-Holstein nun also der dritte, den die Piraten erobern und das Muster entspricht dem in den anderen Ländern. Ganz überdurchschnittliche Anteile bei den Jungen. So wählen 19 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die Piraten und 17 Prozent der 25- bis 34-Jährigen. Und noch ein Trend setzt sich fort: Die Piraten sind etwas stärker bei denen, die sozial schlechter gestellt sind. So erreichen Sie in der Gruppe der Arbeitslosen und Arbeiter jeweils 14 Prozent. Die Piraten-Wähler sind unzufriedener mit dem Zustand der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft als die Anhänger aller anderen Parteien. Und sie haben größere persönliche wirtschaftliche Sorgen. So beurteilen in Schleswig-Holstein insgesamt nur 17 Prozent der Wähler ihre wirtschaftliche Situation als schlecht, bei den Piraten-Wählern sind es immerhin 30 Prozent.

Und schließlich bleibt die Hauptmotivation der Protest gegen die anderen Parteien. Nur 32 Prozent der Piraten-Wähler in Schleswig-Holstein erklären, die Partei aus Überzeugung gewählt zu haben. 66 Prozent geben Enttäuschung über die anderen Parteien als wichtigstes Motiv an.

“Wählen Sie doch, wen Sie wollen”

von 6. Mai 2012 18:02 Uhr

So kann es gehen. Obwohl die FDP gegenüber der letzten Wahl ein Drittel ihrer Prozente eingebüßt hat, ist sie die gefühlte Wahlsiegerin. Nein, halt, von der FDP kann man in diesem Fall nicht sprechen. Man muß schon den Namen Wolfgang Kubicki nehmen. “Wählen Sie doch, wen Sie wollen”, stand oben auf seinem Plakat in ganz Schleswig-Holstein. Sein Hauptziel war, sich von der Bundespartei in Berlin abzuheben und die Wähler haben das verstanden. Dem von uns vorgegebenen Statement “Die FDP in Schleswig-Holstein und im Bund sind im Grunde zwei unterschiedliche Parteien”, stimmen 63 Prozent der Wähler zu. Die Botschaft ist also angekommen.mehr

Online-Wahlkampf in Schleswig-Holstein

von 6. Mai 2012 16:16 Uhr

Die Piraten gelten vielen als die Netzpartei, aber inzwischen nutzen fast alle Parteien das Internet, um mit dem Wähler direkt in Kontakt zu kommen, das ist mittlerweile selbstverständlich. Wir bei tagesschau.de beobachten den Online-Wahlkampf seit Jahren und klar ist: Die Wahlkämpfer der Parteien lernen von Mal zu Mal dazu.

Vor allem die Piraten nutzen das Internet nicht nur, um sich darzustellen, sondern auch, um Inhalte zu erarbeiten. Das ist innovativ – aber ist das auch gut? Welche Partei hat Sie in Schleswig-Holstein überzeugt im Online-Wahlkampf?

Das ist heute unsere Frage an Sie. Schreiben Sie uns hier im blog in den Kommentaren oder über unsere tagesschau-Facebook-Seite.

“Florida an der Förde”

von 6. Mai 2012 15:27 Uhr

Ich erinnere mich noch gut an den Wahlabend 2005 im Kieler Landeshaus. Es ging um wenige hundert Stimmen und die Frage, ob Heide Simonis am Ende des Wahlabends eine hauchdünne Mehrheit hat. Mein Kollege Volker Herres, der damals für den NDR den Tagesthemen-Kommentar vorbereitete, sprach spontan vom „Florida an der Förde“. Ich wusste genau, was er meinte, denn wir hatten zusammen auch die Wahlnacht 2000 in Washington erlebt. Zunächst war stundenlang unklar, ob der Demokrat Al Gore oder der Republikaner George W. Bush mit einer Mehrheit im entscheidenden Bundesstaat Florida rechnen könnte. Am Ende wurde die Auszählung sogar abgebrochen, und am Ende entschied der Oberste Gerichtshof, dass Bush Präsident werden sollte. Ganz so dramatisch war es in Kiel nicht. Aber auch hier hatte der Krimi eine Fortsetzung.mehr

tagesschau24

von 30. April 2012 21:45 Uhr

Aus EinsExtra wird tagesschau24. Das klingt lapidar und das ist es auch. Denn am Konzept des Senders ändern wir nichts. Wir machen einfach weiter wie bisher, nur jetzt unter neuem Markennamen. Damit steht drauf, was drin ist:  tagesschau. Für all diejenigen, die EinsExtra bisher nicht kannten, fasse ich noch mal zusammen, was wir da machen und warum wir das tun.mehr

Wenn Frankreich seinen Ersatzkönig wählt

von 18. April 2012 15:36 Uhr

Am Sonntag ist es soweit: erste Runde für die Vergabe des wohl mächtigsten Amtes in den westlichen Demokratien. Denn ein französischer Präsident befehligt nicht nur eine Atommacht, er kann auch jederzeit die Regierung entlassen oder das Parlament auflösen, letzteres darf nicht einmal der US-Präsident.  Frankreichs Präsident ist so etwas wie der Ersatzkönig der Franzosen. Vorteil: man muss ihn nicht enthaupten, um ihn loszuwerden. Das Volk kann ihn einfach abwählen. Ich habe in unserem Videoblog dazu aufgerufen, uns Fragen zu den Wahlen zu schicken – und wir haben jede Menge bekommen. mehr

Kolumbien: Auf den Spuren des Drogenkrieges

von 14. April 2012 12:40 Uhr

von Matthias Ebert

Die Fähre macht einen jämmerlichen Eindruck: Zwei dünne Blechkähne und darüber eine Holzpritsche. Doch es führt für uns kein Weg daran vorbei, denn wir wollen nach „La Macarena“ in die so genannte „Rote Zone“. So nennen viele Kolumbianer den Teil ihres Landes, der von der Guerilla Farc kontrolliert wird. Der Río Ariari führt Hochwasser, das um sieben Uhr morgens trüb gen Osten treibt. Unser Geländewagen bringt die Fähre für kurze Zeit gefährlich ins Wanken. Am anderen Ufer gibt es keine asphaltierte Straße – nur noch rötliche Landstraßen – völlig ausgewaschen von den Regengüssen der letzten Wochen und ohne Vierradantrieb kaum befahrbar. Durchschnittsgeschwindigkeit: 30 Km/h. Wir werden stundenlang durchgeschüttelt. mehr

Grass – eine Zwischenbilanz

von 9. April 2012 10:25 Uhr

Seit Mittwoch dominiert die Debatte über das Gedicht “Was gesagt werden muss” von Günter Grass die Medien und Kommentarspalten in Deutschland. Dabei wird einiges durcheinandergeworfen – ein Versuch, die Diskussionsstränge zu ordnen. mehr

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